Mit unserer Reihe die Unabhängigen gehen wir auf Expedition. Und Sie bestimmen mit, wohin die Reise geht.

Unabhängige Verlage sorgen immer wieder für großartige literarische Entdeckungen – mit Mut, Leidenschaft und einem Quantum Verrücktheit. Nach unserem Lyrikspezial im März folgt nun ein Special mit Verlagen, die einen ganz besonderen Programmfokus haben. Hier können Sie mitbestimmen, wer am 24. November unser nächster Verlagsgast in der Bar Gloriette sein soll!

Was geschieht genau?

Der Abend bietet einen vielfältigen Talk mit der Verlagsleitung über Ideen, Motive und das Programm. Diese wählt zwei Autor:innen oder Übersetzer:innen aus, die aus ihren aktuellen Büchern vorlesen. Und wie immer sind Sie eingeladen, mit allen ins Gespräch zu kommen. Entspannt in einer der schönsten Bars in Krefeld, der Gloriette.

Unter dem Abstimmungsfeld stellen wir Ihnen die drei Verlage (samt Gästen) vor, aus denen Sie bis zum 11. Oktober auswählen können.

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Und hier die drei Verlage, die zur Wahl stehen:

mareverlag

Das Meer als Lebens‑, Wirtschafts- und Kulturraum für den Menschen steht im Mittelpunkt aller Publikationen des in Hamburg ansässigen mareverlags. »mare – Die Zeitschrift der Meere« wurde 1997 von Nikolaus Gelpke gegründet und erscheint alle zwei Monate. 2002 wurde das erste Belletristik- und Sachbuchprogramm publiziert. Die programmatische Idee schlägt sich nieder in qualitativ hochwertig gestalteten Buchpublikationen, Reportagen und Fotostrecken. Um die langfristige Unabhängigkeit des Verlags zu sichern, wurde der mareverlag Anfang 2026 in eine Genossenschaft überführt.

Für sein Buchprogramm wurde der mareverlag zwischen 2019 und 2025 fünfmal mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet.

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Unsere Gäste:

Judith Weber, *1980 in Braunschweig, aufgewachsen in Salzgitter, studierte Germanistik, Medienkultur und Betriebswirtschaftslehre in Hamburg. Seit 2008 ist sie Teil des mare-Lektorats, 2020 übernahm sie die Leitung des Buchprogramms und 2025 die Leitung des Buchverlags. 2026 wurde sie in den dreiköpfigen Vorstand der neu gegründeten Genossenschaft gewählt.

Stefan Moster *1964 in Mainz, lebt als Autor und Übersetzer aus dem Finnischen in Berlin und im finnischen Porvoo. Bei mare erschienen zahlreiche Bücher von ihm. Für seine übersetzerische Leistung wurde er vielfach ausgezeichnet, so 2026 mit dem Paul-Celan-Preis für sein übersetzerisches Gesamtwerk und insbesondere die Übersetzung von Volter Kilpis „Zur Kirche“ (mare 2025). Seit 2009 hat er zudem sieben Romane veröffentlicht.

Stefan Moster würde aus seinem Roman „Bin das noch ich“ lesen, in dem einem Violinisten während seiner Sommertournee durch Finnland die Finger dauerhaft versagen und er in der Auseinandersetzung mit der Natur einen Weg zu sich selbst sucht.

Mehr: zum Roman

Arezu Weitholz, 1968 bei Hannover geboren, lebt in Berlin und Schleswig-Holstein. Sie ist Autorin, Journalistin, u.a. für den Reiseteil der FAS, Illustratorin und Songtexterin für bekannte Musiker:innen von 2Raumwohnung und Madsen bis Grönemeyer und den Toten Hosen. Bei mare erschienen von ihr bisher die Romane „Beinahe Alaska“, der mit dem Hans-Fallada-Preis ausgezeichnet wurde, und „Hotel Paraíso“, der den Leseschatz-Preis erhielt. Ihr neuer Roman erscheint im Frühjahr 2027.

Arezu Weitholz würde aus „Hotel Paraiso“ lesen, „eine behutsame Reise in die Gefühlswelt einer Frau, die aus ihren geordneten Bahnen gerät und in der Einsamkeit langsam wieder Tritt fasst. Dass dies nicht zu schwermütig wird, dafür sorgen die portugiesische Leichtigkeit und ein humorvoller Erzählton.“ (Frankfurter Rundschau)

Mehr: zum Roman

Orlanda Verlag

Frauen* | Weltkultur | Bewegung – Das Programm des Leipziger Orlanda Verlags macht Stimmen sichtbar, die gehört werden müssen, und lädt dazu ein, Vielfalt als Stärke zu erleben. Frauen* und ihre Themen stehen im Mittelpunkt. Dabei wird hier Feminismus intersektional verstanden: Das Programm bietet marginalisierten Menschen Raum, ihre Geschichten und Erfahrungen zu teilen. Weltkultur bedeutet Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lebensrealitäten und kulturellen Perspektiven. Bewegung heißt, Menschen über Grenzen hinweg zusammenzubringen. Das Programm umfasst sechs Reihen vom Sachbuch über den Roman bis zum Kinder-/Jugendbuch.

Dafür gab es bislang 3 x den Deutschen Verlagspreis, zuletzt 2024.

Mehr hier: Orlanda Verlag

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Unsere Gäste:

Annette Michael studierte nach ihrer Ausbildung zur Verlagskauffrau Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Romanistik und Publizistik in Berlin und Mailand. Sie arbeitete im Bereich Kommunikation und PR, bis sie 2017 zum neu gegründeten Orlanda Verlag stieß, den sie schließlich 2019 übernahm. Ihr besonderes Anliegen ist es, Bücher und Autor*innen sichtbar zu machen, die gesellschaftliche Debatten anstoßen, neue Perspektiven eröffnen und den Blick über kulturelle und gesellschaftliche Grenzen hinweg erweitern.

Marion Kraft, *1946 in Gelsenkirchen, ist afrodeutsche Literaturwissenschaftlerin, Autorin, Dozentin und Übersetzerin. Sie beschäftigt sich in ihren Publikationen mit Rassismus, Literatur von Schwarzen Autorinnen, Feminismus und der Schwarzen Bewegung in Deutschland. Nach dem Lehramtsstudium promovierte sie im Fach Literaturwissenschaft und arbeitete über drei Jahrzehnte als Lehrerin und Dozentin in Deutschland und den USA

Marion Kraft würde aus ihrem Debütroman „Weltenwechsel“ lesen, in dem sich vor dem Hintergrund einer beeindruckenden Familiengeschichte von drei Frauen unterschiedlicher Generationen und der Suche nach Identität ein neues Bild der turbulenten westdeutschen Nachkriegszeit entfaltet.

Mehr: zum Roman

Tete Loeper wurde 1990 in Ruanda geboren, floh während des Völkermords an den Tutsi und lebte in Burundi und im Kongo im Exil. In Ruanda arbeitete sie unter anderem in Forschungsprojekten mit gefährdeten Mädchen und jungen Frauen und leitete Workshops für kreatives Schreiben. Seit 2016 lebt sie in Deutschland und ist als Autorin, Schauspielerin und Bildungsreferentin für interkulturellen Austausch und globales Lernen tätig.

Tete Loeper würde aus ihren Kindheitserinnerungen „Shut up and hide!“ sowie aus ihrem Roman „Barfuß in Deutschland“ lesen, in dem eine junge gebildete Ruanderin nach ihrer Auswanderung in Hamburg in der Zwangsprostitution landet, bis ihr schließlich die Flucht nach Süddeutschland gelingt.

Mehr: zum Roman

Mehr zur Autobiografie

Satyr Verlag

Der Satyr Verlag ist ein Berliner Independent-Verlag für erzählende Literatur mit Schwerpunkt auf Satire und Humor. Er wurde 2005 gegründet und wird seit 2011 vom Berliner Autor und Satiriker Volker Surmann geführt. Satyr ist verankert in der deutschen Lesebühnen‑, Satire‑, Kabarett- und Poetry-Slam-Szene und publiziert etwa zehn Titel pro Jahr: Romane, Geschichtensammlungen und thematische Anthologien. Er hat zwei satirische Kalender produziert und erhielt dafür zwei Kalenderpreise des deutschen Buchhandels. 2025 stand er auf der Hotlist der unabhängigen Verlage mit einer satirischen Antisemitismus-Anthologie. 

Dafür gab es bislang 2 x den Deutschen Verlagspreis, zuletzt 2025.

Mehr hier: Satyr Verlag

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Unsere Gäste:

Volker Surmann ist nicht nur Satyr-Verleger, sondern auch Autor, Satiriker und Exil-Ostwestfale in Ostberlin. Er stand zwanzig Jahre als Kabarettist und Comedian auf der Bühne, schrieb für Bühne und TV, publiziert regelmäßig in der taz-Wahrheit und ist Mitglied der Berliner Lesebühne „Brauseboys“. Er veröffentlichte 4 Romane und 3 Kurzgeschichtensammlungen. Für sein Jugendbuch „Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit“ erhielt er u.a. den Evangelischen Buchpreis 2025. Ein zweites Jugendbuch „Leon Hertz und die Sache mit dem Stolperstein“ erscheint im Frühjahr 2027. 

Dagmar Schönleber ist Kabarettistin, Autorin und Liedermacherin. In Ostwestfalen-Lippe aufgewachsen, dann im Auftrag der Völkerverständigung ins Rheinland emigriert, landete sie dort durch Zufall 2002 auf einer Bühne und blieb dort.  Seitdem geht sie allein mit ihren Programmen oder in unterschiedlichen Formationen auf Tournee und schreibt zwischendurch Bücher, Jugendtheaterstücke und zukünftige Superhits für ihre Band Dagmar und der Organismus.

Dagmar Schönleber würde aus ihrer Textsammlung: „So jung brechen wir nicht mehr zusammen“ lesen, der Trost für die „innere Dreißig“ bietet und von den Schnäppchen und Schlaglöchern auf dem Weg in die zweite Lebenshälfte erzählt.

Mehr: zum Buch

Bernard Hoffmeister studierte Philosophie und Kulturwissenschaften in Hildesheim und Düsseldorf. Er lehrt an der Heinrich-Heine-Universität, insbesondere zu Film, Kapitalismus und Walter Benjamin. Darüber hinaus schreibt er seit fünfzehn Jahren für Kleinkunstbühnen im ganzen deutschsprachigen Raum, tritt selber auf und ist seit über zehn Jahren freier Autor für Fernseh-Quizfragen, insbesondere für „Gefragt – Gejagt“ in der ARD. Er lebt und arbeitet als Literaturvermittler und Moderator in Düsseldorf.

Bernard Hoffmeister würde aus seinem Debütroman „Benjamin im Stroboskop“ lesen, in dem ein über Walter Benjamin promovierender Dauer­ironiker sich durch eine alternative Warenwelt shoppt, im Unibetrieb den Schelm gibt und sich in eine neue Kleinkunstform stürzt . Nur eins fehlt ihm: der Sinn. 

Mehr: zum Roman

Fotonachweise: Ralf Bauer (Schönleber), Mathias Bothor (Moster, Weber, Weitholz), Lev Gonopolskiy (Hoffmeister) Martin Herz (Surmann), China Hopson (Kraft), Alex Wernet (Loeper)

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