Mit unserer Reihe die Unabhängigen gehen wir auf Expedition. Und Ihr bestimmt mit, wohin die Reise geht. 

Unabhängige Verlage sorgen immer wieder für großartige literarische Entdeckungen – mit Mut, Leidenschaft und einem Quantum Verrücktheit. Nach zwei Jahren voller Prosa eröffnen wir unsere Reihe 2026 mit einem Lyrikspezial.

Was geschieht genau?

Der Abend bietet einen vielfältigen Talk mit der Verlagsleitung über Ideen, Motive und das Programm. Diese wählt zwei Lyriker:innen oder Übersetzer:innen aus, die aus ihren aktuellen Gedichtbänden vorlesen. Und wie immer seid Ihr eingeladen, mit allen ins Gespräch zu kommen. Entspannt in einer der schönsten Bars in Krefeld, der Gloriette.

Unter dem Abstimmungsfeld stellen wir Euch die drei Verlage (samt Gästen) vor, aus denen Ihr bis zum 11. Januar auswählen könnt.

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Welchen dieser Verlage möchtest Du kennenlernen?

Abstimmung beendet

Und hier die drei Verlage, die zur Wahl stehen:

parasitenpresse

Die parasitenpresse wurde 2000 von Wassiliki Knithaki und Adrian Kasnitz in Köln gegründet. Für das Duo ist Verlegen eine künstlerische und soziale Praxis und kein Unternehmertum. Das wird deutlich an Anspruch und Thematik des Verlagsprogramms: Neben aktueller Lyrik finden Lesende hier auch poetische Buchobjekte, Kurzdramen und die Reihe PARADIES, die sich dem Erzählen aus und über Nordrhein-Westfalen widmet. Im fremdsprachigen Programm liegt das Augenmerk des Verlags auf den Literaturen Europas und Lyrik aus Südamerika.

Für ihre Arbeit wurde die parasitenpresse 2021 und 2024 mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet, davon einmal mit dem Spitzenpreis.

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Unsere Gäste:

Adrian Kasnitz, *1974 in Orneta, ist Schriftsteller, Übersetzer und Verleger. Seine Texte wurden u. a. mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium und dem GWK-Förderpreis für Literatur ausgezeichnet, in über zehn Sprachen übersetzt, vertont und verfilmt. Als Verleger und Literaturveranstalter ist er aus der Literaturlandschaft Kölns nicht mehr wegzudenken. 2023 schrieb er für das Poesiefestival im Stadtbad des Niederrheinischen Literaturhauses vier Gedichte, die den beliebtesten lost place der Stadt erkunden.

Jennifer de Negri veröffentlicht Lyrik und Prosa. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen nach dem Wir: aus multiplen Perspektiven, spekulativ, non-linear – und als Verfahren, das sich aus Ausschlüssen herausschreibt. 2024 gewann sie den Irseer Pegasus. Sie erhielt weitere Preise sowie Stipendien, u.a. das INITIAL Arbeitsstipendium der Akademie der Künste, und war Finalistin beim Open Mike und Literarischen März. Neben ihrer Arbeit als Autorin ist sie Co-Initiatorin der queer-feministischen Lesereihe [OHNE PRONOMEN]. 

de Negri würde aus ihrem Lyrikband „reise nach BABYlon“ lesen, in dem ein fragmentarisches Ich nach Zärtlichkeit im Brüchigen tastet, nach Verbindung zu Freund:innen, zu Orten, Idolen, anderen Spezies sucht – und zu sich selbst.

Mehr: zum Lyrikband

Lisa James lebt als Autorin und Medienkünstlerin in Köln. Ihre Lyrik und Prosa erschienen zuletzt in den Literaturzeitschriften die horen, DAS GEDICHT oder WORD. Sie war Finalistin des 31. open mike am Haus für Poesie und erhielt den 3. Platz und Publikumspreis des Kölner Förderpreises für junge Literatur.

James würde aus „wenn wa weg sind, sind wa weg“ lesen, in dem sie Gedichte mit fotografischen Schnappschüssen verschränkt – das Farbspiel schimmliger Zitronen kommen ebenso vor wie Seeigel, denen Zahnschienen verschrieben werden und Tech-Gründer, die ihre DNA möglichst weitflächig verteilen.

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Verlagshaus Berlin

Das Verlagshaus Berlin steht seit zwei Jahrzehnten für Lyrik, die sich einmischt, die Fragen stellt und Antworten sucht—für Gedichte, die in ihrer Zeit verwurzelt sind und zugleich über sie hinausweisen. Was als Idee unter Freund:innen begann, ist heute eine der wichtigsten Stimmen für Lyrik im deutschsprachigen Raum. Mit einem konsequent gesellschaftsorientierten Fokus veröffentlichen Andrea Schmidt, Jo Frank und Tillmann Severin Texte, die etwas zu sagen haben und die bleiben. Gestaltung und Inhalt verstärken sich gegenseitig, um Lyrik als ästhetisch wirksame Kraft erlebbar zu machen.

Dafür gab es bislang u. a. eine Auszeichnung der Stiftung Buchkunst, den Förderpreis des Berliner Verlagspreises und 5 x den Deutschen Verlagspreis, zuletzt 2025.

Mehr hier: Verlagshaus Berlin

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Unsere Gäste:

Andrea Schmidt ist Verlegerin, Typografin und Lehrende. Seit 2005 führt sie als Mitverlegerin das Verlagshaus Berlin. 2010 gründete sie Typografie·im·Kontext, ein Atelier für Grafikdesign mit Fokus auf Editorial und Corporate Design. Sie illustrierte u. a. „Die Erbärmlichkeit des Krieges. Gedichte und Briefe von Wilfred Owen“, ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst als eines der „Schönsten Deutschen Bücher“. Seit 2021 gehört sie zum Kurator:innen-Team von „Schreiben gegen die Norm(en)?“.

Odile Kennel ist Lyrikerin und Übersetzerin vorwiegend zeitgenössischer Lyrik aus dem Französischen, Portugiesischen, Spanischen und Englischen. Sie schreibt auf Deutsch und Französisch und lädt gerne weitere Sprachen in ihre Texte ein. Aktuell arbeitet sie an Übersetzungen der Gedichte des brasilianischen Dichters Ricardo Domeneck. 2022 erhielt sie den Paul-Scheerbart-Preis für ihre Lyrikübersetzungen.

Kennel würde aus ihrem Lyrikband „Irgendetwas Dazwischen“ lesen, in dem sie für Unordnung, Ausfaltung und Entfaltung plädiert.

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Alexander Graeff ist Schriftsteller, Philosoph und Literaturvermittler. Er schreibt Lyrik, Prosa sowie biografisch-philosophische Essays. Er ist Leiter des Programmbereichs Literatur in der Brotfabrik Berlin und engagiert sich in der Queer Media Society für mehr queere Sichtbarkeit im deutschsprachigen Literaturbetrieb. 

Graeff würde aus dem Band „Deine Revolution für Ungenauigkeit hat Zukunftswert“ (2025) lesen, in dem er eine verbindende Sprache für die klima‑, körper- und sozialpolitischen Herausforderungen
der Gegenwart findet.

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kookbooks

kookbooks wurde 2003 von der Dichterin Daniela Seel und dem Grafiker Andreas Töpfer aus dem eigenen künstlerischen Schaffen heraus gegründet und betreibt das Publizieren als künstlerische Praxis. Der Fokus des Verlags liegt auf deutschsprachiger Lyrik der Gegenwart, daneben finden sich aber auch essayistische und hybride poetische Formen, Übersetzungen, manchmal auch außergewöhnliche illustrierte Kinderbücher und Kunstbände. Zum 20. Geburtstag 2023 schrieb der Freitag: „Kein Verlag hat die gegenwärtige Lyrik-Landschaft so aufgemischt wie dieser, der kein Haus hat, keine Angestellten und kaum Kapital.“

kookbooks erhielt 2006 den Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung, 2015 den Preis der Hotlist und 2019 den Spitzenpreis des Deutschen Verlagspreises. 

Mehr hier: kookbooks

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Unsere Gäste:

Daniela Seel, *1974 in Frankfurt/M., lebt als Autorin, Übersetzerin und Verlegerin in Berlin. Sie veröffentlichte vier Gedichtbände und ein Radiofeature, zuletzt „Nach Eden. Gedicht“ (Suhrkamp Verlag 2024). und übersetzte u.a. Bücher von Robert Macfarlane, Anne Boyer, Amanda Gorman und Alexis Pauline Gumbs. 2016 gab sie gemeinsam mit Anja Bayer die wegweisende Anthologie „all dies hier, Majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän“ heraus. 2025 erhält sie den Kleist-Preis. Seel ist Mitglied im PEN Berlin.

Liv Thastum, *1997 in Berlin, schreibt Lyrik, szenische Texte und Essays auf Deutsch, Dänisch und zwischen den Sprachen. Ihre Gedichte wurden in Anthologien und Literaturmagazinen veröffentlicht. 2024 war sie Preisträgerin des Wortmeldungen-Förderpreises, 2025 erhielt sie das LitLab-Stipendium. Sie schreibt auch kollektiv und übersetzt Lyrik zwischen Deutsch und Dänisch, zuletzt Nora Gomringer und Tzveta Sofronieva.

Thastum würde aus ihrem Lyrikdebüt lesen, das im Februar 2026 bei kookbooks erscheint.

Monika Rinck lebt in Berlin und Köln. Seit 1998 veröffentlicht sie Gedichte, Essays und Übersetzungen. Sie betreibt das Begriffstudio, ein eigenwilliges sprachgeschichtliches Online-Archiv der letzten 25 Jahre, und ist u. a. Trägerin des Ernst-Jandl-Preises, des Kleist-Preises und des Hölderlin-Preises. Sie unterrichtet u. a. an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, an der Kunsthochschule für Medien in Köln und im Januar 2025 auch an der NYU.

Rinck würde aus dem Band „HÖLLENFAHRT & ENTENSTAAT“ lesen, in dem sie Lyrik und Oper über automobile Todesfahrten und andere Unterweltreisen, über zerbrechliche Sachen und deren Reparatur zusammenbringt.

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Fotonachweise: Sarah Berger (Graeff), Jan Beumelburg (Kennel), Laura Cadio (de Negri), Felix Ernst (Thastum), Lisa James (James), Wassiliki Knithaki (Kasnitz), Ludwig Lohmann (Schmidt), Ute Rinck (Rinck), Dirk Skiba (Seel)

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